DU und ICH – Miteinander – Füreinander

Jahresprogramm der Galluskapelle beginnt am Palmsonntag:
Kunstausstellung mit Arbeiten von Marlis Glaser

DU und ICH – Miteinander – Füreinander ist der Titel einer Ausstellung mit Arbeiten von Marlis E. Glaser. Vernissage ist am Palmsonntag, 29.März, um 15 Uhr. Der Förderverein Galluskapelle Winterberg eröffnet mit dieser Ausstellung sein Jahresprogramm 2026.

Die Ausstellung wird bis 6. Juni zu sehen sein. Karl-Anton Maucher wird bei der Eröffnung ein Gespräch mit der Künstlerin führen. Chaim Kapuja aus Tübingen (Gesang und Gitarre) wird jüdische Lieder vortragen.

„Zypressenpaar – sich nah“: Marlis E. Glaser zeigt in der Galluskapelle knapp 500 kleinformatige Bilder, die in unterschiedlichster Farbgebung das immer gleiche Motiv variieren: Das Motiv „Zypressenpaar, sich nah“ als Ausdruck für Zuneigung, Liebe und Nähe; als das Gegenstück zu Gleichgültigkeit, zu Geringschätzung, zu Hass. Sie entstanden nach dem Massaker von Terroristen aus Gaza an Zivilisten am 7. Oktober 2023, täglich und solange, bis die letzte noch lebende der 250 Geiseln am 13. Oktober 2025 nach Hause kam. In jedem Bild ist die Inschrift „bring them home“, manchmal auch „let them go“, integriert und verwoben in der Komposition des Motivs. Knapp 500 dieser Zeugnisse der Verbundenheit und des tiefen Mitgefühls sind in der Galluskapelle auf sieben großformatigen Tafeln ausgestellt.

Was ist zu sehen in den fast 500 Zypressenpaar-Bildern?  Es sind Inspirationen aus Kunstgeschichte, von Pflanzen und Blumen-Fotos von Freunden aus Israel und aus unserer Umgebung, Alltagsgegenstände als Ausschnitte, Phantasie-Räume, umgeben von Vielem, was Leben ausmacht. Wie ein Gebet. Dankbarkeit trägt die Kunst von Marlis E. Glaser. Dankbarkeit für so viel Inspiration ist der Grund, warum die meisten ihrer Arbeiten Lebensfreude ausstrahlen.  „Dem Schrecken der Grausamkeit setzte ich Schönheit, meine Fantasie, die Inspiration durch Kunstgeschichte und Freunde entgegen“, sagt Marlis E. Glaser zu ihrem eindrucksvollen Langzeitprojekt.

Seit vielen Jahren steht in der Kunst von Marlis E. Glaser das Gegenüber im Zentrum – besonders in den Zypressenpaaren und in der Auseinandersetzung mit den Gedichten von Else Lasker-Schüler. Als bedeutende, ein Leben lang unbehauste  deutsch-jüdische Dichterin verarbeitete die expressionistische Dichterin und Zeichnerin ihr jüdisches Erbe vielfach in ihrem Werk. Diese dialogische Haltung knüpft auch an das Denken des jüdischen Sozialphilosophen Martin Buber an und ist seit vielen Jahren eine zentrale Inspiration für Marlis Elisheva Glaser. 

Karl-Anton Maucher und Gerlinde Mast im Atelier bei Marlis Glaser in Attenweiler

Autobahnkapelle Leutkirch-Winterberg